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Pressekonferenz „Bauen und Wohnen in Thüringen“

Verbände fordern entschlossenes Handeln für mehr bezahlbaren Wohnraum

Erfurt, 31. März 2026 – Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz in Erfurt haben der Verband baugewerblicher Unternehmer Thüringen e.V., der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V., der Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft sowie der Verband der Wirtschaft Thüringens ihre gemeinsame Position zur aktuellen Lage im Wohnungsbau vorgestellt.

Große Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Thüringen ist angespannt: Wohnraum ist knapp und teuer – insbesondere in den Städten. Gleichzeitig erschweren regulatorische Hürden den Neubau.

Die beteiligten Verbände sind sich einig: Die Herausforderungen sind lösbar, wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Handlungsfelder:

1. Ländliche Räume stärken
Bezahlbarer Wohnraum außerhalb der Städte entlastet Ballungsräume, reduziert Verkehrsbelastung und stärkt die regionale Wirtschaft. Mehrgeschossiger Wohnungsbau muss auch in Kooperation mit Kommunen im ländlichen Raum ermöglicht werden.

2. Bürokratie abbauen und Verfahren beschleunigen
Komplexe Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren treiben Kosten und verzögern Projekte. Notwendig sind u. a. vereinfachte Standards, mehr Abweichungsmöglichkeiten sowie eine umfassende Digitalisierung der Verfahren. Der „Gebäudetyp E“ muss zum Standard werden, kostenintensive Abweichungsmöglichkeiten „nach oben“ müssen eine einzelvertragliche Ausnahme sein.

3. Kommunen stärken und Anreize schaffen
Kommunen brauchen mehr Handlungsspielraum, Rechtssicherheit und finanzielle Anreize, um Bauprojekte schneller umzusetzen und Flächen zügig bereitzustellen. Die Kommunen, die zügig Bauflächen ausweisen, sollen hierfür finanzielle Anreize über den Kommunalen Finanzausgleich erhalten.

4. Bestand besser nutzen
Die Modernisierung bestehender Gebäude ist ein zentraler Hebel für mehr bezahlbaren Wohnraum. Förderprogramme müssen einfacher und Verfahren unbürokratischer gestaltet werden.

5. Neubau fördern und Innovationen nutzen
Serielles und modulares Bauen bietet großes Potenzial zur Beschleunigung und Kostensenkung. Ergänzend sind steuerliche Anreize und die konsequente Nutzung von Förderprogrammen erforderlich.

6. Wirtschaftlichkeit in den Fokus rücken
Neue Vorgaben und Standards müssen stärker auf ihre Auswirkungen auf Baukosten geprüft werden. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Qualität, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit.

Gemeinsames Ziel: Bezahlbarer Wohnraum und starke Wirtschaft

Die Verbände betonen: Thüringen steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen. Mit entschlossenen politischen Entscheidungen, einer konsequenten Entbürokratisierung und einer praxisnahen Ausgestaltung der Rahmenbedingungen kann es gelingen, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu stärken.