Vor dem Hintergrund einer schwierigen konjunkturellen Lage findet heute Abend das „Thüringer Bauforum“ im Plenarsaal des Thüringer Landtags statt.
„Der negative Trend beim Auftragseingang für die Thüringer Bauwirtschaft hat sich im Monat September leider nicht abgeschwächt, wir sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels“, kommentiert Jochen Wachenfeld-Teschner, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V. (BIV), die aktuellen Indikatoren des Statistischen Landesamtes: „Die Betriebe des Thüringer Bauhauptgewerbes mit zwanzig und mehr tätigen Personen nahmen in der Zeit von Januar bis September 2025 Aufträge in Höhe von 1,635 Milliarden Euro an: Das waren 15,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Öffentlichen Bau insgesamt gingen 23,2 Prozent, im Straßenbau sogar 24,2 Prozent, im Wohnungsbau 19,4 Prozent weniger Aufträge ein als in den ersten neun Monaten des bereits sehr schwachen Jahres 2024. Nur der Wirtschaftsbau war mit 0,4 Prozent leicht im Plus im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum.“ Im Thüringer Bauhauptgewerbe waren im September dieses Jahres 13.787 Personen beschäftigt, das waren 3,4 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2024: auch hier ist der Trend seit langem negativ. In den ersten neun Monaten 2025 wurden 4,7 Prozent weniger Arbeitsstunden geleistet als Vergleichszeitraum, im Wohnungsbau sogar 10,0 Prozent weniger.
„Das Bau-Paket war überfällig. Verlässliche und zeitnahe Investitionen des Bundes, des Landes und der kommunalen Ebene in Infrastruktur und Wohnungsbau, dazu einfachere Vergabe- und Planungsverfahren: Dieses Zusammenspiel könnte konjunkturelle Sicherheit und Vertrauen in eine positive wirtschaftliche Perspektive schaffen und die Krise für die gesamte Wertschöpfungskette Bau in Thüringen abwenden. Vor allem: Die Bundesmittel des Sondervermögens Infrastruktur dürfen nicht zweckfremd für die Verwaltungshaushalte genutzt werden“, fordert Kevin Vogel, Vorsitzender des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Thüringen (VbU): „Entscheidend wird nun sein, dass die 22 Maßnahmen des Baupakets von den Verwaltungen des Landes und der Kommunen schnell umgesetzt werden.“
